Reingeschnuppert - Die Konfirmand: innen besuchen den Bezirksjugendgottesdienst

Am 8. März feierte Priester Martin Becker einen Gottesdienst für die Jugendlichen des Bezirks Berlin-Brandenburg West in der Gemeinde Berlin-Zehlendorf. Eingeladen waren auch die Konfirmand: innen des Jahres 2026 mit ihren Eltern.

Die Konfirmand: innen sollten an diesem Sonntag in die Bezirksjugend aufgenommen werden und so sprach er sie in seiner Predigt direkt an. Sie werden in den Konfirmationsgottesdiensten ein Gelübde ablegen und sollen Gott „in seinen Fußstapfen“ nachfolgen.

In unserem Leben begegnen uns immer wieder Menschen, die etwas besser machen als andere vor ihnen. Mit Jesus ist es jedoch anders: Es wird niemals einen geben, der besser ist als er. Niemand muss sein Opfer wiederholen. Wir können ihm einfach nachfolgen und in seine Fußstapfen treten, die uns Orientierung geben und zeigen, wie Gott gehandelt hat, er ist unser Vorbild.

In der späteren Bibellesung (Römer 12, 9-21) war von den „feurigen Kohlen“ die Rede. Priester Martin Becker erklärte, dass dieses Bild nicht als Aufruf zur Rache zu verstehen ist, sondern als Aufforderung zu guten Taten, die alles Schlechte überstrahlen als Ausdruck der Nächstenliebe.

Als erstes Beispiel nannte er die Vergebungsbereitschaft und verwies auf die in der Bibel erwähnte Ehebrecherin. Er forderte die Jugendlichen auf, selbst Vergebung zu suchen und nicht die Fehler anderer in den Vordergrund zu stellen, sondern auf sie zuzugehen und zu zeigen, wie es besser gehen kann.

Das zweite Beispiel war die Hilfsbereitschaft. In der Bibel wird berichtet, dass Jesus vorgeworfen wurde, am Sabbat zu heilen. Er entgegnete damals, dass man sich doch auch um Tiere kümmert und sie versorgt. Unsere Hilfsbereitschaft sollte daher nicht durch Aussagen wie „Denen darf nicht geholfen werden, sie sind selbst schuld“ eingeschränkt werden. Als Christen sind wir aufgerufen, zu helfen, wo wir Not sehen.

Als drittes Beispiel nannte er das Freisein von Vorurteilen. Jesus kehrte auch bei Zöllnern ein, die von der Gesellschaft gemieden wurden.

Der Konfirmandenlehrer, Priester Köhr, berichtete in seiner Co-Predigt von einem guten Freund, mit dem er sich in Kindertagen häufig gestritten hatte. Nach einer Aussprache wurden sie nahezu unzertrennlich. Jesus hingegen ist auch ohne eine solche Aussprache immer für uns da. Außerdem erzählte er von einem Sportler, über den eine Dokumentation zeigt, dass es ihm aktuell nicht gut geht. Trotz großer früherer Leistungen steht er heute kaum noch im Fokus der Öffentlichkeit. Bei Jesus ist das anders: Was er für uns getan hat, liegt zwar lange zurück, doch sein Opfer bleibt von unschätzbarem Wert.

Diakonin Josephin Apt ging auf die vielen Anforderungen ein, die in der Bibellesung deutlich wurden. In einem früheren Konfirmationsgottesdienst wurde den Konfirmandinnen dazu mal eine Leitfrage mitgegeben: „What would Jesus do?“ Die passende Antwort wurde gleich mitgeliefert: „He would love first.“

Priester Eichelbaum betonte, wie tröstlich es ist, dass wir nichts Neues erfinden müssen: Jesus hat uns bereits alles gezeigt. Wenn wir uns dennoch fragen, was konkret zu tun ist, können wir den Austausch mit anderen suchen oder uns Anregungen holen. Wenn uns jedoch niemand einfällt, den wir fragen können, sind wir eingeladen zu beten und Jesus selbst um Rat zu bitten.

Im Anschluss an den Jugendgottesdienst stellten sich die Jugendgruppen des Bezirks in einem Video vor und hießen die Konfirmand: innen herzlich Willkommen. Dieses Video zeigte die Vielfalt des Bezirks. Eine Jugendgruppe sang, andere stellten ihre Vielfältigkeit dar und eine Jugendgruppe bringt das TikTok-Trendvideo "Meme 6-7" in Zusammenhang mit Galater 5, 1 ("Zur Freiheit hat uns Christus befreit! So steht nun fest und lasst euch nicht wieder das Joch der Knechtschaft auflegen!"). Die Konfirmandinnen hatten außerdem die Gelegenheit, den Bezirksjugendbeauftragten und seinen Stellvertreter sowie das Freizeitteam und die Musikverantwortlichen der Bezirksjugend kennenzulernen. Auch die Konfirmand: innen wurden gebeten sich einmal am Platz zu erheben, während ihre Namen vorgelesen wurden, damit alle Jugendlichen sie kennenlernen. Bei einem Stück Pizza und/oder Kuchen klang der Tag in guter Gemeinschaft aus.