Sie kommen aus verschiedenen Gemeinden (z.B. Charlottenburg, Reinickendorf, Falkensee, Brieselang, Fläming, City-West, Potsdam und Brandenburg) und werden vom „Runden Tisch Trauerbegleitung“ der Gebietskirche Nord- und Ostdeutschland unterstützt und geschult, bevor sie offiziell als Trauerbegleiter/innen in ihren Gemeinden eingesetzt werden.
Sowohl der informative Austausch zu Beginn des Treffens als auch die anschließende Präsentation eines Trauercafés stehen unter dem Motto: "Was wir voneinander lernen können."
Der informative Austausch
Die Anwesenden berichten, dass die Trauerbegleiter/innen und ihre Aufgaben in den Gemeinden noch zu wenig bekannt sind. Trauerbegleitung sollte deshalb wiederholt und in regelmäßigen Abständen vor Ort zum Thema gemacht werden. Gleichermaßen scheint es den Trauerbegleiter/innen wichtig, ihren Erfahrungsaustausch auf der Website unseres Bezirkes zu veröffentlichen.
Es werden Informationen aus dem vom „Runden Tisch Trauerbegleitung“ veranstalteten Treffen in Braunschweig für alle Trauerbegleiter/innen der Gebietskirche eingebracht. Als ein bleibender Eindruck wurde von dort mitgenommen, dass es wichtig ist, der persönlichen Trauer nachzufühlen, sie zuzulassen und ihre Besonderheit Wert zu schätzen. Damit eröffnen sich Möglichkeiten des Verständnisses für viele andere Formen der Trauerverarbeitung.
Das Weiterreichen wertvoller Literaturtipps und interessanter Weblinks rundet den ersten Teil des Vernetzungstreffens ab.
Das Trauercafé
Im Mittelpunkt des zweiten Teils steht das Erleben eines Trauercafés. Es wird in dieser Form von einer Trauerbegleiterin bereits öfters in ihrer Gemeinde angeboten.
Durch einen liebevoll gedeckten Tisch mit bunten Servietten, kleinen Kerzen und anschaulichem Material wird erfahrbar, wie so ein Trauercafé äußerlich gestaltet sein kann. Auf einem Flipchart wird zunächst ein Überblick über den Ablauf des Cafés gegeben.
Nach dem gemeinsamen Genuss der vorbereiteten Speisen (warming up) laden kleine Fragekarten, die verdeckt auf dem Tisch drapiert werden, dazu ein gezogen zu werden. Inhaltlich sind die Fragen an das Thema ‘Zeit‘ angelehnt und obwohl nur von wenigen der Anwesenden eine solche Karte gezogen wird, entwickelt sich daraus ein rund einstündiges Gespräch mit Tiefgang.
Die Fragen betreffen z.B. eine Rückschau: „Wie hast du in der Vergangenheit Trauer erlebt?“ In der Runde werden einige bedrückende Kindheitserlebnisse erzählt, bei denen Trauer nicht thematisiert wurde und im Grunde nicht „erlaubt“ war. Heute wissen wir es besser: Dass wir unsere Lieben in der Ewigkeit wiedersehen, kann zwar Trost spenden, sollte aber nicht dazu führen, dass gefühlte Trauer sich nicht ausdrücken darf.
Eine weitere Frage betrifft das Zeitempfinden: „Was machst du mit der Langeweile bzw. der langsam vergehenden Zeit, wenn du trauerst?“ Es wird erzählt, dass mit den Verstorbenen, die wir besonders lieben, eine gute Beziehung gepflegt wird, indem man sie auf einem Bild betrachtet oder sogar anspricht. Manche Trauernden meinen, dass ein solches Verhalten sonderbar sei. Jedoch gehören solche Gespräche auch zu einer Form der Verarbeitung des seelischen Ausnahmezustandes.
Der abschließende Tenor: Wir nehmen wieder viel Ermutigung und reichlich Anregungen für unsere Heimatgemeinden mit.
Wie geht es weiter?
Das nächste Treffen ist im Oktober 2025 in Brandenburg an der Havel geplant. Geschwister, die an der Begleitung Trauernder interessiert sind und aktiv werden wollen, sind herzlich eingeladen, teilzunehmen. Meldet euch gerne unter trauer-info@nak-bb-west.de.
Neuapostolische Kirche